Der Gott


Für meinen Vater
 

Das Blatt im Haar, ein sanfter Hauch
Sind seiner Zeichen viele
Ein Gesicht im Baum, im Blütenstrauch
Und süsse Waldeskühle.
 

Der Wald erstarrt in tiefem Schweigen
Der König, er ist nah
Mit Wildheit, Lust und Liebesreigen
Ist der Herr des Waldes da.
 

Ein tiefer Blick aus seinen Augen
Jenseits der Ewigkeit
Scheint meine Seele aufzusaugen
Jetzt und in alle Zeit.
 

Das weiche Fell, das Zottelhaar
Die schmalen, starken Hufe
Die gütigen Augen, lichterklar
Ist er, nachdem ich rufe.
 

Der Augenblick entrinnt so schnell
Kann den Moment nicht fassen
Wie Wasser aus dem wilden Quell
Dennoch kann ich ihn nicht lassen.
 

Nun ist er fort, das Licht verblasst
In diesem stillen Wald
Doch mein Sehnen kennt keine Hast
Denn ich weiss ich seh ihn bald.
 

Und wenn dereinst mein Leben
Erlischt und zu Ende geht
Wird er den Zauber weben
Er, der am Tore steht.

 

Er führt mich zu meinen Lieben
Die längst gegangen sind
Von denen die Liebe geblieben
Und ich sie nun wieder find’.